pfarre senftenberg

Aktuelles

E-Tankstelle nur von Photovoltaik

Liebe Benützer der Elektrotankstelle!

 

Die Pfarre bietet kostenlose

E –Tankmöglichkeit für zwei Fahrräder

und einem Auto.

Das Tanken ist möglich zu folgenden Bedingungen:

Gratisstrom ist nur von Photovoltaik

(Tanken nur am Tag durch Sonneneinstrahlung, kein Strom vom Netz).

Es besteht die Gefahr, dass während des Tankvorganges durch Dunkelheit, durch Wolken, Regen kein Sonnenstrom mehr zur Verfügung ist.

Viel Freude mit dieser neuen Möglichkeit des Auftankens wünscht die Pfarre Senftenberg. Als Entgeltung sind Sie herzlich eingeladen, unsere Pfarrkirche zu besuchen.

Selbstbedienung


Diözesaner Umweltpreis 2017


Seit  zwei Jahren ist die Pfarre Senftenberg um das Projekt „Photovoltaik“ sehr bemüht. Grundgedanke war, dass das Grundstück, das seit 50 Jahren brach liegt, schöpfungsfreundlich gestaltet werden sollte.
 
Gleichzeitig gab es auch eine gute Kooperation mit einem Anrainer, Herrn Josef Auer, der ebenfalls für sich privat  und für seine Firma  parallel eine solche Anlage zum Eigenbedarf errichten wollte.
 
Besonders engagiert bemühten sich einige Mitglieder des Pfarrkirchenrates  von Senftenberg (Bgm i.R. Karl Steger) um die notwendigen Bewilligungen und Dokumente. Ing. Bernd Schneider erwähnte das Projekt „Energiesparpfarre“ und inspirierte uns dazu, eine solche zu errichten. Diese ursprüngliche Idee wurde vom Bauamt der Diözese St. Pölten aufgegriffen und befürwortet. Danach erfolgten langjährige Gespräche und Beratungen. Landesrat  Dr. Stephan Pernkopf wurde auch bei verschiedenen Veranstaltungen angesprochen und gab durch Büroberatungen erste Richtlinien vor.  Konkrete Beratungstermine erhielten wir von Ing. Pasteiner vom Land, dazu kam ein  fachmännischer EVN Leitfaden durch Ing. Bruno Bittermann. Zugleich unterstützte uns das Rechtsreferat der Diözese mit DDr. Gregor Hochhaltinger  einerseits bei den Vereinbarungen mit Gemeinde und Familie Auer, wo die Leitungen verlegt worden sind, wie auch bei verschiedenen Faktoren über Stromverkauf und der freien Photovoltaikstrom-Entnahme. Anschließend erhielten wir von der zuständigen Stelle der  Bezirkshauptmannschaft und Landesabteilung die naturschutzbehördlichen Bescheide und Bewilligungen.

Natürlich wurde  das Landschaftsbild, die Erholungswerte der Landschaft,  die ökologische Funktionstüchtigkeit des betroffenen Lebensraumes, Störungen des Kleinklimas, die Bodenbildung und die Entwicklungsfähigkeit der gefährdeten heimischen Tier-und Pflanzenarten berücksichtigt.  Das Areal der Anlage befindet sich im Natura 2000 Schutzgebiet Kamp-und Kremstal. Terrassenflächen mit Weingartenmauern wurden integriert, die Sichtachse zwischen Burgruine und Kirche Senftenberg  berücksichtigt. Durch Bäumchen und Sträucher, die in der ganzen Umgebung geblieben sind, „verstecken“ sich die Spiegeleffekte der Anlage. Ebenso wurden heimische Arten von Bäumen gepflanzt. Die Bauzeit erfolgte außerhalb der Hauptbrutzeit der Vögel. Das Gestände von der Konstruktion der PV Anlage wurde mit einer Mattfarbe in den Farben grün-braun ökologisch gestrichen.

Alle Beratungen haben die Pfarre zu einer gründlichen, intensiven Bemühung in Richtung Isolierung, Dämmung, weg von der Ölheizung, effiziente Warmwasserbeheizung, Kirchenheizung, Optimierung bei der Beleuchtung und Geräten geführt. (fachmännische Firmen prüften  die Möglichkeit, ob wir elektrische Klimaanlagen, Lüftungsanlage, Wärmetechnik,  für Pfarrhof und Kirche von oder mit Sonnenenergie nützen könnten).

Nun war die Firma Schnauer Energie Solar und Umwelttechnik mit der Projektumsetzung an der Reihe. Während der gesamtem Arbeiten gab es zahlreiche freiwillige Helfer und Unterstützer aus der Umgebung, die große Begeisterung für die Umsetzung dieses Projektes zeigten. Unsere Projekte richteten in erster Linie den Blick auf kirchliche Gebäude, Naturschutz, Tourismus, Verkehr, Schöpfung bewusst erleben und  Bildung.
Eine ausreichende Energieberatung seitens der Pfarre wurde in Anspruch genommen.  Durch die Errichtung einer Photovoltaikanlage, Wärmedämmung, Umstieg auf LED Beleuchtung, Verwendung energiesparender Haushaltsgeräte und absolvierte Energiesparschulung für die Nutzung  gilt dieses Projekt  zugleich der Förderung erneuerbarer Energien. In der Nähe von PV Anlage befindet sich der Pfarrgarten, er ist mit der Errichtung von Hochbeeten ökologisch angelegt und wird auch in dieser Hinsicht gepflegt. Unsere Pfarrfeste, Pfarrkaffee und Gottesdienste werden mit Solarstrom beliefert.

Zum Thema Verkehr wurde eine E Tankstelle für 2 E – Bikes und E – Autos

am Parkplatz vor der Kirche errichtet. Auch für den Tourismus und einheimische Bewohner gibt es ein kostenloses Angebot, ihre E – Fahrräder und Autos aufzutanken, aber nur mit  ökologischen Strom an sonnigen Tagen von der Photovoltaikanlage. Der Parkplatz wurde so adaptiert, dass auf einer Seite Platz für ein E –Auto, auf der anderen Seite für E-Bikes gegeben ist. Durch die Zusammenlegung der Stromzähler kann der Solarstrom überall genommen werden. Radfahrer können das Angebot nützen, zum Parkplatz vor der Kirche zu fahren, das Fahrrad an dem  vorgesehenen Ständer abzustellen, in der Kirche zu beten und auch die Burgruine zu besuchen.

In dieser Form möchten wir die Initiative „Energiesparpfarre“

als Vorreiter für viele andere ergreifen.

Senftenberg punktet mit der Errichtung einer Photovoltaik-Anlage gekoppelt an eine e-Tankstelle für zwei e-Bikes und e-Autos. Bruck an der Leitha erhält die Auszeichnung aufgrund eines ökologischen Gesamtkonzeptes im Bereich der erneuerbaren Energiebeschaffung in Kombination mit einer e-Tankstelle. Eine thermische Sanierung und der Tausch der Heizungsanlage des ehemaligen Pferdestalles brachte der Pfarre Wilfersdorf die Auszeichnung. Ein Sonderpreis geht an die Pfarre Bad Vöslau aufgrund der vorbildhaften Umsetzung einer LED-Beleuchtung im denkmalgeschützten Kirchenraum.

Zu dieser Infoveranstaltung in der Kremser Minoritenkirche kamen ua. Landeshauptfrau-Stellvertreter und Umweltlandesrat Stephan Pernkopf, die Bischöfe Anton Leichtfried und Stephan Turnovsky, Armin Haiderer, Präsident der Katholischen Aktion der Diözese St. Pölten, Walter Rijs (KA Wien), Kräuterpfarrer Benedikt Felsinger, der Evangelische Oberkirchenrat Karl Schiefermaier oder der evangelische Superintendent Lars Müller-Marienburg. Zahlreiche Interessierte aus ganz Niederösterreich holten sich außerdem viele Tipps, wie sie ihre Pfarrfeste und -aktivitäten umweltgerecht gestalten können.

Resümee des Umwelttages in Krems war: Es gibt eine große Bereitschaft der Pfarren für Engagement und Nachhaltigkeit. Wir könnten viel tun und Bewusstsein schaffen. Die Katholische Aktion appellierte fair, ökologisch und bio einzukaufen, aber auch zu eruieren, wie viel man als Pfarre an Energie verbrauche. Drehen viele Menschen an vielen Orten beim Thema Umwelt an Rädchen, so könne das Gesicht der Welt verändert werden.

Haiderer, Präsident der Katholischen Aktion (KA) der Diözese St. Pölten, betonte: „Es gibt Aufholbedarf beim Wissen um Kirche und Umwelt.“ Er verwies auf zahlreiche Veranstaltungen und Broschüren beim Thema Schöpfungsverantwortung seitens der KA: etwa „Wir radeln in die Kirche“, „Autofasten“, die Theologischen Umweltgespräche oder den renommierten Umweltpreis. Ziel sei: „Wir wollen sensibilisieren für die Mitkreaturen und Mitgeschöpfe.“

Landeshauptfrau-Stellvertreter und Umweltlandesrat Stephan Pernkopf: „Wir sind gut beraten, uns an Papst Franziskus zu halten, der einen wesentlichen Beitrag mit der Enzyklika ‚Laudato Si‘ geschaffen hat.“ Mit den Preisen seien ganz konkrete Projekte verbunden. Pernkopf: „Wir müssen Taten setzen, nicht nur Worte. Das wolle man mit dem Preis unterstützen.“ Er danke allen, die sich stark machen gegen Atomkraft in Europa und verwies darauf, dass Niederösterreich zu 100 Prozent auf erneuerbare Energie setze. Die Bereiche Energie und Nahrungsmittel – etwa bei den Pfarrfesten - seien ganz wichtige Bereiche für Nachhaltigkeit.

Der St. Pöltner Weihbischof Anton Weihbischof sagte: „Gott hat uns mit der Schöpfung viel anvertraut. Wir haben dazu eine große Verantwortung.“ Vielfach gebe es ein Missverständnis beim Thema Herrschen: Es gebe schlechtes und gutes Herrschen. Das rechte Maß sei wichtig.

Weihbischof Stephan Turnovszky aus der Erzdiözese Wien appellierte: „Wir sollten nicht nur reden, sondern selbst verwirklichen.“ Die Österreichische Bischofskonferenz hat sich zu diözesanen Leitlinien verpflichtet, um ökologisch zu arbeiten. Etwa: Weg vom Billigstbieter zum Bestbieter bei der Beschaffung; oder auch bei Pfarrfesten. Hier werde schon auf Fair Trade-Produkte gesetzt.

Der Evangelische Oberkirchenrat Schiefermaier sagte, es brauche Mut, die alten Wege zu verlassen und neue Wege zu beschreiten, auch mit Risiko. Wir bräuchten im Bereich Umwelt Neues und Innovatives, sonst gehe es sich bald nicht mehr aus. Die katholischen und evangelischen Pfarren haben da schon sehr viel gemacht. Der begeisterte niederösterreichische Superintendent Lars Müller-Marienburg kritisiert als begeisterter Radfahrer, dass es oft schwierig sei, öffentlich oder mit dem Fahrrad anzureisen. Da könne man noch mehr tun.

Hemma Opis-Pieber, Sprecherin der kirchlichen Umweltbeauftragten Österreichs, hielt das Hauptreferat. Es habe in der Kirche immer Idealisten für einen zukunftsfähigen Lebensweg gegeben und Persönlichkeiten, die sich für die Schöpfung gegeben. Aber Mainstream sei es in der Kirche noch nicht. Opis-Pieber gab als Chance zu bedenken: 5,5 Millionen Österreicher sind katholisch oder evangelisch und leben in 3200 Pfarren, da könne man viel bewegen. Was alle gemeinsam angehe, könnten wir nur gemeinsam lösen. Ökologie und soziale Gerechtigkeit seien untrennbar, zitiert sie Papst Franziskus. Es sei daher Aufgabe der Kirche auf den Zusammenhang zwischen Umweltzerstörung und sozialer Ungerechtigkeit hinzuweisen. Die Umweltdebatte sei auch eine Machtfrage: Sind die Mächtigen bereit, etwas abzugeben? Der Papst erinnere auch daran, dass alles miteinander verbunden sei. Wir wohnen in einem gemeinsamen Haus, es dürfe uns nicht egal sein, wie es unseren Mitbewohnern geht. Der Schöpfung würden wir nicht entsprechen, wenn wir uns nicht dafür einsetzen. Ohne Mystik gehe es nicht bei der Veränderung der Dinge, es brauche der Spiritualität. Der Papst würdige auch die Umweltorganisationen, sie seien essenziell für das Klimabündnis. Es brauche eine Balance zwischen Gott, der Schöpfung und uns. Der Papst fordere ganz Konkretes. Franziskus sage: „Es gibt so vieles, das man tun kann.“ In allen Diözesen soll es bis Ende 2018 eine Energiewende und Pläne zur Nachhaltigkeit geben. Diese Leitlinien seien oft mühsam erarbeitet worden. Gerade die Energiewende sei eine große Herausforderung. 20 Prozent weniger Energieverbrauch und Verzicht auf fossile Brennstoffen wären nicht leicht zu verwirklichen. Es gebe eine gute Unterstützung seitens der Länder, gerade auch in Niederösterreich. Öko-faire Kriterien sollten für Christen selbstverständlich sein. Einerseits gebe es eine große Bandbreite an Initiativen: etwa die Sammlung von LED-Lampen von Firmlingen bis hin zum Mülltrennen von Pfarrmitarbeiter/innen. Andererseits sollten Christen von Politik Maßnahmen einfordern: etwa eine ökologische Steuerreform oder grüne Klimapolitik.

Text und Fotos: Wolfgang Zarl, Kommunikationsreferat der Diözese St. Pölten - Homepage

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